Sportmangel und der Körper

Was macht Sportmangel mit unserem Körper?

7 Minuten pro Tag würden reichen

Sportmangel kann Auswirkungen haben. Depressiv, dick und dement durch mangelnde Bewegung? Wenn Muskeln verkümmern leidet auch das Herz, Hirn sowie die Psyche und das Immunsystem. Wie schnell das eintritt, wie der Mangel an Sport andere Risikofaktoren verstärkt und in welchem Maß Bewegung wirklich nötig ist um gesund zu blieben.

Jeder zweite bewegt sich zu wenig.

Das hierunter die Gesundheit wirklich leiden kann, ist bekannt. Doch wie stark Sport- bzw. Bewegungsmangel den Körper wie auch die Psyche belastet und Krankheiten fördert, wird erst nach und nach in all seiner Tragweite offensichtlich. Der Bewegungsmangel ist ein mindestens ebenso starker Risikofaktor für die Gesundheit wie beispielsweise das Rauchen und Bluthochdruck.

Sport kann Risikofaktoren senken, Sportmangel sie verstärken

In Klartext heißt das, ist man etwa übergewichtig neigt man zu einem erhöhten Diabetesrisiko. Mit Bewegung und Fitness kann man dieses Risiko allerdings ausgleichen, do die Sportmediziner. Ähnliches gilt bei Diabetes. Jemand der „Zuckerkrank“ ist, ist stärker gefährdet Herz-Kreislauferkrankungen zu bekommen, wie Arteriosklerose, Angina pectoris, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Bluthochdruck. Ein Diabetiker, welcher sich fit bis mittelfit hält, hat sicherlich noch Risiken, allerdings sind diese deutlich geringer im Vergleich zu einem der sich nicht fit hält.

Muskeln beeinflussen Risikofaktoren

Ein Mangel an Sport verschlechtert die Gesundheit von Herz sowie Gefäßen, Gehirn, Psyche und auch anderen Organen. Wichtig ist ein Gleichgewicht zwischen Muskel- und Fettzelle um ein Krankheitsrisiko zu senken.

Botenstoffe der Muskelzelle und Fettzelle als Gegenspieler

Um aber nun zu verstehen, was ein Gleichgewicht zwischen diesen Zellen bedeutet, muss man wissen, was in einer Fettzelle und was in einer Muskelzelle passiert.

Die Fettzelle:

Das Speicherorgan von Fetten, sendet sobald es überfüllt ist, Informationen durch Entzündungsfaktoren in den kompletten Körper aus. Somit gibt die Fettzelle sozusagen den Alarm. Denn diese Entzündungsstoffe können nämlich im ganzen Körper enormen Schaden anrichten. Sie blocken zum Beispiel den Insulinrezeptor und verkleben diesen. Hierdurch kann Zucker nicht mehr in die Zelle kommen, der Diabetes schreitet voran. Diese Entzündungsfaktoren wirken wie ein Klebstoff wir das ganze System. Unser Körper ist allerdings der negativen Wirkung von Fettzellen nicht einfach so hilflos ausgeliefert. Fettzellen haben potente Gegenspieler, welche die Muskelzellen, je mehr wir davon haben desto besser. Muskulatur wird bekanntlich durch Bewegung und Belastung aufgebaut.

Die Muskelzelle:

Bei bewegungsindizierten Reizen, sendet die Bewegung ebenfalls auch Botenstoffe mit aus. Mit jeder Muskelkontraktion werden also Informationen an den Körper gesendet. So erhält unser Herz auf diese Weise die Information, schneller zu schlagen, Glückshormone werden im Gehirn ausgeschüttet.

Sportmangel kann uns älter werden lassen

Während der Bewegung senden Muskeln und Knochen Botenstoffe aus, welche Organe jung halten!
Diese Mechanismen werden immer mehr erkannt. Durch Bewegung senden Muskeln (Myokine) als auch Knochen (Osteokine) also Botenstoffe aus. Diese gelangen dann an die einzelnen Organsysteme, und können beispielsweise am Auge zur Regeneration der Netzhaut, im Gehirn zur Erholung der Zellen und ähnliches an Herz und Leber führen. Dies sind nur einige positive Wirkungen durch Sport.

Vor diesem Hintergrund wird erst richtig ersichtlich, welche massiven Folgen ein Bewegungs- und Sportmangel mit sich bringen kann: Informationen zur Regeneration werden nicht weitergegeben und das betrifft so ziemlich jeden Bereich im Körper. Und genau das ist der Grund warum Sportmangel so massiv schadet.

Die 9 schlimmsten Schäden, wenn Bewegung und Sport fehlen

1. Unsere Muskeln verkümmern und bauen sich ab, die Faszien verhärten sich und werden rissig und unsere Gelenke rosten förmlich ein. Selbst die Kochen bauen sich einfach schneller ab als wieder auf und somit erhöht sich das Risiko auf Arthrose und Osteoporose. Im Prinzip leidet der komplette Bewegungsapparat als direkte Folge von zu wenig Bewegung.

2. Verlust von Kondition, das Lungenvolumen verringert sich, das Herz arbeitet nicht mehr so ökonomisch und andere Organe funktionieren einfach nicht mehr optimal. Der gesamte Körper ist einfach weniger belastbar. Es droht ein Bluthochdruck. Aber auch die Entgiftung im Körper verlangsamt sich und die Blutzellen werden langsamer erneuert. Zudem nimmt das Risiko für Arteriosklerose zu und somit ebenfalls für Gelenkerkrankungen.

3. Es entsteht Übergewicht, wenn durch Bewegung zusätzliche Energie nicht verbrannt wird. Wer sich also kaum bewegt, hat lediglich einen durchschnittlichen Grundumsatz von 1400 kcal (Frauen) bis 1800 kcal (Männer). Wird diese Grenze überschritten – dies passiert leider sehr schnell – speichert unser Körper die überflüssige Energie als Fett. Negative Folgen durch Übergewicht sind hinlänglich bekannt, hierzu zählen beispielsweise auch Diabetes.

4. Höheres Diabetesrisiko. Körperzellen wie etwa Muskelzellen können weniger gut Glukose aus dem Blut aufnehmen, und so steigt der Blutzuckerspiegel. Je weniger Sport wir machen und damit weniger Muskeln vorhanden sind, desto schlechter wird Zucker abgebaut und die Insulinsensitivität umso schlechter.

5. Unser Immunsystem verliert an Schlagkraft. Wer also Sport treibt, weist definitiv mehr aktive Immunzellen auf als inaktive, was etwa eine Studie zeigt.

6. Bei weniger Bewegung kann auch das Krebsrisiko steigen. Bewegungsmangel spielt vor allem für die Entstehung von Darm-, Brust- und Lungenkrebs spielt Bewegungsmangel eine Rolle. Wer also regelmäßig Sport treibt, kann sein Krebsrisiko um bis zu 40 Prozent senken.

7. Wenn der Körper zu wenig Bewegung bekommt nehmen die Merkfähigkeit und die kognitiven Leistungen ab und das Demenzrisiko nimmt zu. Menschen, welche sich regelmäßig bewegen, haben ein ca. 80 Prozent geringeres Risiko für Gehirnerkrankungen, zu denen auch Alzheimer zählt.

8. Depressionen und Ängste können zunehmen. Klar ist, dass Bewegung mehr Dopamin und Serotonin im Blut kreisen lässt, Sportmangel hingegen oft mit niedrigen Spiegeln der so genannten Glückshormone verbunden ist. Untersuchungen haben darauf hingedeutet, dass bei inaktiven Menschen das Depressionsrisiko doppelt so hoch ist wie bei aktiven, das für Ängste immerhin um ca. 60 Prozent höher.

9. Es reduziert sich die potenzielle Lebenszeit! Bewegung und Sport führen dazu, dass die Telomere, das sind die Shutzkappen der Chromosomen verlängert werden, und so die Körperzellen länger jung bleiben. Im Rückkehrschluss würde ein Bewegungsmangel das Leben deutlich verkürzen. Insbesondere beeindruckend zeigt eine Analyse der Nurses’ Health Study (1980–2014) den Zusammenhang zwischen Sport und Lebenserwartung. „Mit einem gesundem Lebensstil (30 Minuten Bewegung pro Tag, gesunder Ernährung wie mediterran, wenige Alkohol, Nichtrauchen und einem BMI <25) kann man die Lebenserwartung eines 50-Jährigen um ca. 10 Jahre und das einer 50-Jährigen Frau um ca. 12 Jahre verlängern“, fasst der Sportwissenschaftler das Ergebnis zusammen.

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